Einen Hund kaufen: Das sollten Sie vor dem Hunde-Kauf bedenken

Sie haben sich für ein neues Familienmitglied entschieden und „Ja“ zu einem Hund gesagt. Schon vom ersten Moment an, an dem man sich für einen Hundewelpen oder auch schon erwachsenen Hund entschieden hat, ist die Vorfreude groß. Vor allem will man ja von Anfang an alles richtig machen. Doch alles wird man nie richtig machen, aber man kann sich bestmöglich darauf vorbereiten. Denn gerade die erste Zeit im neuen Zuhause ist für den Welpen prägend und sollte möglichst positiv verlaufen.

Bevor man sich für eine bestimmte Rasse entscheidet, sollte man sich möglichst intensiv mit der Rasse auseinander setzen. Einen Hund sollte man niemals einfach nur kaufen, weil man ihn niedlich findet. Es handelt sich um ein lebendiges Wesen, und so unterschiedlich die verschiedenen Rassen rein äußerlich aussehen, so verschieden sind auch ihre Bedürfnisse. Wenn man beispielsweise ein sehr sportlicher Mensch mit einer Wohnung im 5. Stock ist, wäre die Wahl einer deutschen Dogge oder eines Bernhardiners ausgesprochen unklug. Es gibt viele Punkte, die darüber entscheiden, wie wohl sich ein Hund einer bestimmten Rasse bei Ihnen fühlen wird. Dies sind nur einige der zu beachtenden Punkte:

Wie viel Zeit haben Sie für das Tier?

  • Wollen Sie einen Rüden oder eine Hündin?
  • Sind Sie sportlich?
  • Haben Sie Kinder?
  • Wollen Sie einen kleinen oder großen Hund?
  • Haben Sie ausreichend Platz?
  • Bevorzugen Sie einen ruhigen oder eher quirligen Hund?
  • Wollen Sie Hundesport betreiben?

All diese Fragen sollten Sie sich selbst ehrlich beantworten, denn der Hund bzw. Hundewelpe sollte möglichst gut zu einer Familie oder einem Menschen passen.

Informieren Sie sich bei Züchtern & Tierheimen

Wenn Sie sich für eine bestimmte Rasse entschieden haben und selbst noch keine Erfahrung mit diesen Hunden machen konnten, ist es sinnvoll, sich von einem Züchter oder einem Mitarbeiter des Tierheims beraten zu lassen. Weitere Möglichkeiten, bestimmte Rassen und andere Hundebesitzer kennenzulernen, sind Hundeschulen, Tiertrainer oder Foren im Internet. Nutzen Sie die Chance, sich zu informieren, bevor Sie den Hund kaufen. So können Sie böse Überraschungen vermeiden.

Gerade bei sogenannten „Mode-Hunden“ kommt es sehr oft vor, dass die Halter am Rande der Verzweiflung stehen, weil sie eigentlich gar keine Ahnung von der Rasse und ihren spezifischen Bedürfnissen haben. Sehr gute Beispiele für diese Problematik sind Dackel oder Jack Russel Terrier. Nur weil es sich hier um sehr kleine Hunderassen handelt, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass sie auch Zwerge im Kopf sind. Vielmehr handelt es sich hierbei um kleine, sehr schlaue und aktive Jagdhunde. Sie brauchen eine konsequente Erziehung und haben ihren eigenen Kopf. Manch ein verzweifelter Jack Russel Besitzer wäre vielleicht mit einem Irish Wolfhound glücklicher geworden. Diese sanften Riesen sind zwar auch Jagdhunde aber wesentlich ruhiger und haben ein anhängliches Gemüt.

Wenn Sie sich für einen Hund aus dem Tierheim entschieden haben, sollten Sie die Möglichkeit nutzen und einen Termin ausmachen, um sich beraten zu lassen und den Hund in Ruhe kennenzulernen. Oft haben die Mitarbeiter, wenn man unangemeldet vorbei kommt, nicht genügend Zeit, um sich mit Ihrem Anliegen ausreichend zu beschäftigen. Es ist auch durchaus sinnvoll, zwei bis drei Spaziergänge mit dem favorisierten Tier zu unternehmen, um zu schauen, wie man mit ihm klar kommt! Am Ende ist aber nur eins wichtig: Sie und Ihr neuer bester Freund müssen sich verstehen.

Kauf eines Hundewelpen

Es ist entschieden, aber wo kauft man nun einen Hundewelpen? Wer eine bestimmte Rasse favorisiert, muss damit rechnen, auch einen gewissen Betrag zahlen zu müssen. Da es sich hier um lebendige Wesen mit Gefühlen handelt, sollte bei der Auswahl des Tieres und des Züchters das Geld keine vordergründige Rolle spielen. Preiskämpfe und Schnäppchenjagd führten in den letzten Jahren dazu, dass sich dubiose Tierhändler auf Kosten der Tiere bereicherten. Immer wieder tauchen Hundewelpen aus sogenannten Vermehrungsstellen auf. Kaufen Sie einen Welpen niemals aus Mitleid oder von Menschen, die bei Ihnen ein ungutes Gefühl erzeugen.

Natürlich ist es schwer diese gequälten Seelen nicht direkt mitzunehmen. Aber Fakt ist, dass Sie durch den Kauf eines dieser Tiere diese dubiosen Händler unterstützen. Oft sind die Hunde aus solchen Zuchten schwer krank und verhaltensauffällig. Sollten Sie den Verdacht hegen, dass es sich bei den Ihnen angebotenen Tieren um Hunde von Tierhändlern handelt, informieren Sie den ansässigen Tierschutz.

Neben Züchtern und Privatpersonen sind Tierheime eine gute Möglichkeit, seinen Traumhund kennenzulernen. Tierheime und Vermittlungsvereine bieten Ihnen die Möglichkeit, sich zu informieren und gegebenenfalls einen Hund erstmal kennenzulernen. Seien Sie nicht skeptisch, wenn das Tierheim Sie genauestens unter die Lupe nimmt, dies zeigt Ihnen nur, dass den Mitarbeitern das Wohl der Tiere sehr am Herzen liegt. Zudem bekommen die Mitarbeiter dort regelmäßig Dinge mit, die sich manch einer überhaupt nicht vorstellen mag und kann. Nehmen Sie eine intensive Kontrolle also nicht persönlich.

Angenommen Sie haben einen seriösen Züchter oder eine vertrauenswürdige Privatperson gefunden, sollten Sie folgende Tipps beherzigen:

  • Schauen Sie sich die Tiere genau an und lassen Sie sich ausreichend Zeit, um den für Sie richtigen Hund zu finden. Immerhin bekommen Sie ein neues Familienmitglied.
  • Unterhalten Sie sich mit dem Verkäufer. Seriöse Anbieter erkundigen sich genau nach Ihren Lebensumständen und Gewohnheiten und sind bestrebt, herauszufinden, ob Sie ein geeigneter Halter für seine Welpen sind.
  • Einige Züchter und Verkäufer bestehen darauf, Sie zu Hause zu besuchen und zu schauen, ob Ihre Angaben, beispielsweise Haus und Garten betreffend, wirklich richtig sind. Manchen zukünftigen Hundebesitzern erscheint dies oft übertrieben, aber auch dies ist ein Zeichen dafür, dass der gewählte Züchter wirklich seriös ist und ihm das Wohl seiner Tiere am Herzen liegt.
  • Ein seriöser Verkäufer wird Sie niemals fragen, zu welchem Termin Sie was für einen Hund haben wollen. Dies ist ein Indiz dafür, dass es sich um einen Tierhändler handelt.
  • Ein seriöser Züchter bzw. Anbieter wird Sie von sich aus einladen, die Welpen und die Mutter kennenzulernen. Bei dieser Gelegenheit wird er Sie auch über Charaktereigenschaften und Ernährungsbedürfnisse der Rasse beraten.

Tauschen Sie sich aus

In Foren und Hundeschulen können Sie sich mit anderen Hundebesitzern austauschen und sich Tipps geben lassen. Achten Sie darauf, dass es sich bei dem Anbieter nicht um einen Tierhändler handelt. „Lieferungen“ direkt vor die Türe oder gar der Verkauf aus einem Kofferraum hinaus sind absolut unseriös.

Vorbereitung auf den Welpen

Das lange Warten hat endlich ein Ende. Der Tag, um Ihr neues Familienmitglied abzuholen, ist nun gekommen. Bevor Sie nun losfahren, um den kleinen Racker abzuholen, sollten Sie im neuen Zuhause schon mal ein paar Vorkehrungen für den Einzug des Welpens treffen.

  • Richten Sie dem Welpen zu Hause einen Schlafplatz ein
  • Auch Zubehör wie Futter- und Wassernapf sowie Spielzeug sollten schon bereitgestellt werden
  • Zudem ist es sehr empfehlenswert, die Wohnung „welpensicher“ zu machen. Sie glauben gar nicht, wie schnell der Welpe einen Flip Flop in winzige Stückchen verwandelt hat. Räumen Sie Dinge wie Schuhe, Pflanzen, Dekomaterial, einfach alles, was der Kleine nicht zerstören soll, weg. Hundewelpen sind wie kleine Kinder. Sie sind neugierig und wollen alles erkunden. Nur oft tun sie das mit ihren kleinen, spitzen Zähnen.

Viele Hunde denken in der ersten Zeit in ihrem neuen Zuhause, dass wir Menschen nicht viel mehr als das Wort „NEIN“ von uns geben. Um diesem Stress vorzubeugen, macht es Sinn, sich ausreichend Zeit zu nehmen. Am besten nehmen Sie sich Urlaub, um die erste Zeit mit dem jungen Hund gemeinsam zu Hause zu verbringen.

Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie ihnen erklären, dass ein Welpe kein Spielzeug ist und er auch etwas Ruhe braucht. Gerade wenn der junge Hund schläft, sollte er nicht gestört werden. Sofern Sie mit dem kleinen Racker einen Welpenkurs besuchen wollen, sollten Sie schon vorher eine geeignete Hundeschule aussuchen. Achten Sie bei der Wahl der Schule darauf, ob Sie sich dort wohl fühlen und das Gefühl haben, gut beraten zu werden. Oft haben Welpenkurse bzw. Hundeschulen Wartelisten, was bedeutet, dass Sie sich eventuell schon anmelden sollten, bevor der Hund eingezogen ist.

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In den ersten Tagen sollten Sie dem Welpen ein bisschen Ruhe gönnen, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und zu verstehen, dass Sie jetzt sein neues Rudel sind. Laden Sie also nicht direkt alle Freunde, Nachbarn und Bekannten ein. Nach paar Tagen können Sie dann beginnen, Besuch zu empfangen und mit dem Hund kleine Spaziergänge zu machen. Wenn Sie einen Garten haben und das Wetter entsprechend ist, sollten Sie auch viel Zeit draußen mit dem Welpen verbringen. Denn nun ist auch der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Stubenreinheit zu trainieren. Dazu sollten Sie möglichst alle zwei Stunden mit dem Welpen nach draußen gehen. Sie können davon ausgehen, dass der oder die Kleine nach jedem Essen, Schlafen oder Toben einen Platz aufsuchen wird, um sich zu erleichtern. Wenn er dies draußen gemacht hat, sollten Sie den Hund loben und nochmals loben.

Ein Welpe wird Ihren Alltag erst einmal auf den Kopf stellen, aber mit etwas Ruhe und Humor wird sich alles nach und nach ergeben und Sie werden zu einem richtig guten Team. Wenn Sie einmal nicht weiterkommen, erfahren Sie Hilfe von einem ausgebildeten Hundetrainer, einer Hundeschule oder auch aus Büchern zum Thema Hundeerziehung. Vernetzen Sie sich außerdem mit erfahrenen Hundebesitzern, auch diese können Ihnen oft weiterhelfen.

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